| Sehr
geehrter Herr Bundespräsident!
Es
kann Ihnen ja nicht entgangen sein, daß im politischen Leben die
Schwerpunkte der Verantwortlichkeit falsch gesetzt sind wobei
der professionelle Politiker dem Staatsbürger dessen demokratische
Praxis entzogen hat und dem Bürger nur noch von Zeit zu Zeit nach
irgendwelchen vagen, unverbindlichen Wahlversprechungen eine sehr beschränkte
demokratische Praxis beläßt!
Diese
Art gewiefte politische Professionalität ohne eine fundierte
demokratische Bildung, also ohne einen ethisch geprägten Charakter
auf seiten der Politiker , deren höchstes zu verwaltendes
Gut ja eigentlich die Menschen-würde wäre, hat uns alle letztlich
in Krisen gestürzt, denen speziell wieder die sittlich verarmten
Berufspolitiker ohnmächtig gegenüberstehen!
Es
erscheint uns deshalb notwendig, die zu unser aller Nachteil auftretende
Schwerpunktverlagerung der Verant-wortlichkeit für den allgemeinen
gesellschaftlichen Fort-schritt im Sinne einer demokratischen Evolution
zu korrigieren und die demokratische Verantwortlichkeit wieder dort
anzusiedeln, wo sie kraft Gesetz auch angesiedelt werden soll: beim
Volk und somit konkret: beim einzelnen Bürger, der die Ernte gesellschaftspolitischer
Fehlentwicklungen ja ohnehin in jedem Falle selbst einholen muß!
Warum
soll nicht der, der die Zeche bezahlt, auch im einzelnen entscheiden
können, was gegessen und getrunken wird dies gilt insbesondere
im politischen Leben einer Demokratie.
Wir
halten Sie gerade wegen Ihrer gewieften Professio-nalität für
einen eingefleischten Kenner dieses simplen Sachverhaltes und sind deshalb
der Meinung, daß Sie jenseits Ihres individuellen Pöstchendenkens,
jenseits Ihrer Parteiabhängigkeit und jenseits der materiellen
und ideologischen Abhängigkeit Ihrer Partei von der sie finanzierenden
und gängelnden Kirche moralisch und ethisch verpflichtet
sind, alles zu tun, um das natürliche, demokratische Verantwortungsbewußtsein
des einzelnen Staatsbürgers stärken zu helfen, denn von dieser
staats-bürgerlichen Bewußtseinsentwicklung wird es letztlich
abhängen, ob Sie ihre amtliche Bestimmung erfüllen oder ob
Sie versagen!
Und das gleiche gilt natürlich entsprechend für unseren Staat
als Ganzes also auch für Ihre Behörde!
Dabei
ist die demokratische Leistungsentwicklung des einzelnen Bürgers
weniger eine Frage des Geldes als vielmehr eine Frage Ihres guten Charakters,
mit welchem Sie sich dieser an und für sich selbstverständlichen
Aufgabe widmen.
In
unserem letzten Schreiben teilten wir Ihnen mit, daß wir spezielle
staatsbürgerliche Ausbildungsprogramme erar-beitet haben, mit deren
Hilfe Sie in Ihrem Regierungsamt Ihre urdemokratische, verfassungsmäßig
klar und deutlich artikulierte Bestimmung erfüllen sowie Ihrem
Amtseid gerecht werden können, indem Sie der politischen Mündigkeit
unserer Staatsbürger kraft freier Gewissens- und Willensbildung
eine feste Grundlage verschaffen helfen jenseits aller ideologischen
oder religiösen Spekulationen und unedlen machtpolitischen Vorbehalte.
Im
Bewußtsein unserer staatsbürgerlichen Rechte und Ihrer amtlichen
Pflichten erwarten wir von Ihnen konkrete Vorschläge, wie Sie sich
an diesem öffentlichen, zeitnot-wendigen bürgerlichen Demokratisierungsprozeß
zu beteiligen gedenken.
Hierzu
bedarf es fraglos eines persönlichen Gesprächs, und deshalb
möchten wir Ihnen hier die Gelegenheit geben, uns einige Terminvorschläge
zu unterbreiten.
Wir
sind uns der Tatsache bewußt, daß Sie von der Finanzierung
Ihrer Karriere einmal ganz abgesehen in Ihrem professionellen
politischen Amt vom Bürger gut und ausreichend bezahlt werden,
so daß ihm damit dann auch das Recht zusteht, zumindest Ihre Dienstzeit
für sein Wohl in Anspruch nehmen zu können speziell
in einer Zeit, die so kritisch ist, wie unsere gegenwärtige, und
die statt Ehrungen aller Art sowie in allen Richtungen von jedem ein
durchgreifendes demokratisches Handeln verlangt und besonders: vom speziell
dafür bezahlten politisch-professio-nellen Amtsträger.
Mit
verständlichem Gruß
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